Sehr geehrte Frau Linkmeyer,
Sehr geehrte Trauergäste,
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus den Bürgerinitiativen und der Wählergemeinschaft Bürgernähe,


auch wenn es mir sehr schwer fällt, empfinde ich es als Ehre, der Bitte nachzukommen, in dieser Trauerfeier unseren Mitstreiter und Freund Enno Linkmeyer mit einigen Worten zu würdigen, insbesondere aber Ihnen, Frau Linkmeyer, die Sie Enno am nächsten standen, im Namen von Bielefelder Bürgerinitiativen und von Bürgernähe unsere tiefe Anteilnahme zum Tode Ihres Sohnes auszusprechen.

Wir verabschieden uns heute von Enno, der sein Schaffen, Denken und Tun nicht dem Privaten, sondern seinem Nächsten, seinen Mitbürgern gewidmet, sich für eine bessere Welt eingesetzt hat. Ich persönlich habe Enno kennengelernt als einen engagierten Mitstreiter für die nachhaltige, soziale und kulturelle Stadtentwicklung Bielefelds.

„Die Sparrenburg hatte es ihm angetan" schrieb die Neue Westfälische. Enno war einer der Initiatoren der Aktion „Bäume für die Burg" und arbeitete maßgeblich in der Arbeitsgruppe Sparrenburg des Historischen Vereins mit.

Nach seinen vielfältigen Engagements u. a. für den Erhalt der Delius-Eisbahn, in den Bürgerinitiativen B66n, Württemberger Allee, und als Mitbegründer der Initiative für ein lebenswertes Bielefeld entschloss er sich 2004 zur Mitgründung der Wählergemeinschaft Bürgernähe. Nach der Kommunalwahl vertrat Enno insbesondere die Interessen der Bielefelder Bürgerinitiativen im Rat der Stadt Bielefeld und in der Bezirksvertretung Mitte.

Neben diesen neuen Herausforderungen ließ Enno zahlreichen weiteren Bürgerinitiativen, vor allem auch durch seine fachlichen grafischen Qualitäten, seine Unterstützung zukommen. Zu nennen ist hier Ennos Engagement für die Sichere Detmolder Straße, die Bürger für Ummeln, die Sennedünen Keilerweg, die Grafenheider Str. und insbesondere auch die Bürgerinitiativen L712 und der Johannisbachaue.

Enno ging ernsthaft, geradlinig und zielstrebig an neue Projekte heran, immer mit dem Ziel, unser direktes Lebensumfeld zu verbessern. Dir lieber Enno, hier im Namen aller Initiativen, vielen Dank dafür!

Mir stellte sich in den letzten Tagen oftmals die Frage, woher hat er eigentlich diese Energie genommen von der wir so sehr profitiert haben? Menschen, die sich so für den Erhalt unserer sozialen, natürlichen und kulturellen Umwelt einsetzen finden wir selten.

Wie gehen wir mit dem Abschied von Enno um? In unserer Familie hieß es immer: „Jeder hat seine Stunde!" Dieser Satz ist ausführlicher wiederzufinden im alten Testament unter Salomon, der predigt: „Alles hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit. 

Das Enno jetzt schon aus unserer Welt abgerufen wurde, obwohl er doch noch so viel für unser Bielefeld vor hatte, ist für uns, die wir Ihn so sehr geschätzt haben unergründlich. Mit seinem Weggang in eine andere, bestimmt friedlichere Welt hinterlässt er bei uns eine große Trauer.

Dennoch sind wir heute sehr dankbar, dass er für eine wichtige Lebenspanne mit uns war und uns begleitet hat. Sein Tod wird für uns ein Stück Herausforderung sein, dort weiter zu machen, wo er aufhören musste, und zu versuchen die große Lücke, die er hinterlässt, gemeinsam, mit noch größerem Engagement zu schließen.

Zum Schluss noch einige Worte, die, so denke ich, für alle Gültigkeit haben, die sich wie Enno für eine bessere Welt engagieren.

Der persische Dichter Rumi sagte einst:
„Das Leben ist so, als habe ein König Dich ins Land geschickt, damit Du eine bestimmte Aufgabe erfüllst. Du machst Dich auf und erledigst Hunderte von anderen Aufgaben, aber wenn Du diese bestimmte Aufgabe vernachlässigst, dann ist es, als hättest Du überhaupt nichts getan!

Ein Mensch kommt auf die Welt, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen; dazu ist er hier; tut er es nicht, so wird alles, was er getan hat, nichts sein.

Enno hat uns deutlich gemacht, dass er seine Aufgabe; seine Bestimmung gefunden und gelebt hat. Diese Erkenntnis kann uns allen Trost und wegweisend sein.